Der Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase (G6PD) Mangel führt zur rezidivierenden hämolytischen Anämie. Der G6PD-Mangel kommt häufig in tropischen und subtropischen Ländern vor. Ca. 10 % der männlichen afroamerikanischen Bevölkerung sind betroffen. Die Prävalenz des G6PD-Mangels in der Schweiz liegt unter 1 %. Ungefähr 20 % der heterozygoten Anlageträger besitzen eine relative Resistenz gegenüber dem Erreger der Malaria tropica Plasmodium falciparum. Eine verminderte G6PD Enzymaktivität führt zu einem fehlenden Schutz der Erythrozyten gegenüber oxidativem Stress. Ein G6PD-Mangel kann unter bestimmten Situationen zur Methämoglobinämie führen. Eine akute hämolytische Anämie kann beim G6PD-Mangel durch verschiedene Stoffe und Situationen ausgelöst werden: Favabohnen, Erbsen, Johannisbeeren, Infektionen, metabolische Azidose, Malariamittel Primaquin und Chloroquin, entzündungshemmender Arzneistoff Sulfasalazin, Antibiotika Dapson, Sulfamethoxazol, Cotrimoxazol, Nitrofurantoin, Ciprofloxacin, hochdosierte Acetylsalicylsäure, Metamizol, Paracetamol, Ascorbinsäure in Dosen über 1 g, Vitamin-K-Analoga.